Das sind die besten phantastischen Romane der letzten 12 Monate. Jeden ersten Freitag im Monat stellen unabhängige Literaturkritiker*innen und Phantast*innen die besten Romane des Genres vor.

Drei Frauen, drei Zeitalter, drei Geschichten: V. E. Schwab nimmt Lesende mit auf eine Reise, auf der eine Blutlinie wie ein roter Faden durch die Jahrhunderte fließt. Dabei erschafft sie ein Epos, das sowohl spannend als auch verstörend wirkt mit den unterschiedlichsten Protagonistinnen, die sich gegen die Konventionen ihrer Zeit auflehnen und dabei jedoch nie ins Klischeehafte abrutschen. Ein Buch, das sich nur schwer aus der Hand legen lässt.
Platzierung im Vormonat (9)

Ein gewohnt rasanter, spannender Sci-Fi Roman, mit queeren Charakteren, ganz viel Roboterliebe und doch einem ganz anderen Thema, als die bisherigen Romane von Sven Haupt. Eine Heldin die nicht glauben kann, dass sie je eine sein kann, erhält keinen geringeren Auftrag, als die Menschheit zu retten. Dafür muss sie auf die völlig verwüstete Erde, um tief in die Vergangenheit einzudringen und lernt, sie zu verstehen. Ein Highlight für 2025.
Platzierung im Vormonat (5)

Ein komisches Haus mit vielen Büchern. Ein Gott ist verschwunden. Verschiedene Menschen machen sich auf die Suche nach ihm. Niemnand von ihnen scheint normal und sie befinden sich teilweise im Wettkampf, wer den Gott zuerst findet, da sie alle eigene Pläne für die Zukunft der Schöpfung haben. Doch was passiert, wenn sie ihn finden? Und welche Geheimnisse gibt es um sie und das Haus? Sehr nice Weird Fiction mit unerwarteten Wendungen.
CN: Alkoholkonsum, Gewalt, Mord
Platzierung im Vormonat (2)

Der Physikerin Nike Wehner ist es durch eine Zusammenarbeit zwischen Kunst und Naturwissenschaft gelungen, Magie zu wirken und diese Fähigkeit ist im zweiten und abschließenden Band “Anarchie Déco 1930” auch bei Teilen der Bevölkerung angekommen. J. C. Vogt erzählen temporeich und realistisch-bitter die Auswirkungen einer solchen bahnbrechenden Entdeckung in einer Zeit, die für viele marginalisierte Menschen immer gefährlicher wird. Während Nazis verschiedenste Institutionen unterwandern und ihre Position mit Magie nur stärken, versucht die progressive Gruppe um Nike Wehner diesen Missbrauch einzudämmen, immer mit einer Prise kämpferischem Optimismus, aber doch stets in einer beklemmenden Atmosphäre, die viele Leser*innen nachdenklich zurücklassen dürfte.
Platzierung im Vormonat (10)

In Solaris kämpfen 12 junge Frauen jedes Jahr in einem Schönheitswettbewerb um das Monddiadem. Überraschend wird auch Marisol als Kandidatin ausgewählt, obwohl sie keine klassische Schönheit ist und damit auch nichts am Hut hat. Doch hinter dem Wettbewerb verbirgt sich eine grausame Wahrheit. Spannender Einzelband mit Plus-Size-Protagonistin, sapphischer Liebesgeschichte und einer Nebenfigur, die im Rollstuhl sitzt.
CN: Alkoholkonsum, Alkoholismus (erwähnt), beengte Räume, Body Horror (Verwandlung), Blut, Emeto, körperliche Gewalt, Gewalt gegen Tiere, Mobbing (impliziert), internalisierte Fatphobia, Suizid einer Nebenfigur, Tod geliebter Menschen
Platzierung im Vormonat (4)

In diesem Mosaikroman erzählt Rebecca Campbell in Form von miteinander verbundenen Kurzgeschichten, wie sich die Klimakatastrophe auf eine kleine Region in Kanada auswirkt: Waldbrände treiben immer mehr Menschen in die Flucht, Fluten versalzen Böden, Straßen werden verschüttet, das Internet funktioniert immer seltener und Medikamentenlieferungen bleiben aus. Die Welt der Menschen schrumpft, bald wissen sie nicht mehr, was in der Welt außerhalb ihrer Region vor sich geht. Sie sind ohnehin mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt, übernehmen die Gärten ihrer geflüchteten Nachbarn, bauen ihre eigenen Lebens- und Genussmittel an, retten Bücher aus einer zerfallenden Bibliothek und bauen Geigen für Kinder, die eine Zukunft haben sollen. Die Welt schwindet, doch es entsteht auch Neues und die Menschen erschaffen über die Jahrzehnte eine kleine Utopie …
Platzierung im Vormonat (7)

Diese historische All-Age-Fantasy spielt 1914 in Valencia und ist illustriert mit vielen packenden Schwarz-Weiß-Illustrationen. Amparo ist nachts ein Mensch, tags ein Falke. In einem Zirkus beobachtet sie Tomás, der sich tags in einen Panther verwandelt. Mithilfe des aufgeweckten kleinen Pepe gehen die beiden dem Geheimnis auf den Grund. Ein Kloster ein verlassenes Dorf und ein abgebranntes Herrenhaus bergen Spuren, die Licht in die immer unheimlichere Vergangenheit bringen. Die Autorin mischt gekonnt ein Potpourri aus Elementen, die sich für gelungenes Gruseln eignen.
Platzierung im Vormonat (-)

Die Menschheit reist ins Exil, auf dem fernen Mond Perm soll sie wieder sesshaft werden – doch der Planet scheint sich zu wehren. Giftige Luft, gefährliche Tiere und etwas noch dunkleres lauern dort. Und doch wirkt Lyneham wie ein zu Hause für Henry, Loy, Chester und ihren Vater. Zumindest so lange, bis sich die Ereignisse überschlagen. Wie so oft in Science Fiction werden hier auf ganz kleinem Raum die großen Fragen der Menschheit gestellt: Sind wir bereit zu teilen? Was bedeutet Menschsein? Und wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn es um die eigene Familie geht?
Platzierung im Vormonat (1)

Cora ist 12, Autistin und will Reporterin werden. Sie lernt Adrien kennen, der ADHS hat, und sie werden schnell beste Freunde. Adriens Vater ist der Chef einer Firma, die Hologramme herstellt, mit denen man das Abbild von Toten bewahren und mit ihnen reden kann, als wären sie noch hier. Cora ist fasziniert. Bis sie merkt, dass etwas an der Sache ganz und gar nicht okay ist. Own-Voice-Autorin Elle McNicoll zeigt ein Szenario, das noch Science Fiction, aber in Zeiten von Perfektionswahn und AI absolut nicht unrealistisch ist.
CN: Ableismus, Alkohol (erwähnt), Allismus, Ausgrenzung (angedeutet), Eugenik (erwähnt), Fahrerflucht, Koma, Saneismus, Trauer, Tod, Unfall
Platzierung im Vormonat (8)

Ein kleines sehr lyrisches Buch, das uns in einer feinfühligen Weise die Sicht von Zombies erzählt. Neue Perspektiven auf diese Wesen wie auch die Gedanken dahinter. “Die Lücke zwischen einer Erinnerung und der nächsten. Das Intervall auf dem Verbindung entsteht” ist nicht nur ein Zitat aus dem Buch, es beschreibt auch das Lesevergnügen ganz gut. Wer klassisches Zombiegemetzel mag, wird hier weniger auf die eigenen Kosten kommen, wer aber sich dem Wesen Zombie in einer stillen, poetischen und ruhigen Art mit Introspektion nähern will, sollte hier unbedingt zugreifen.
Platzierung im Vormonat (-)

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