Für das Autor*inneninterview des Monats konnten wir Bijan Moini gewinnen, der mit “2033” in der aktuellen Bestenliste den sechsten Platz belegt. Das Interview führte Aşkın.

Hallo Bijan, beschreib dich doch bitte als Einstieg in drei Worten.
Neugierig, verkopft, rastlos.
Was sind deine aktuellen Projekte und was sind deine größten Leidenschaften?
Ich arbeite gerade mit einem Team aus zehn Personen an einem großen Gutachten zu der Frage, ob die AfD verfassungswidrig ist und verboten werden könnte. Und das mache ich mit großer Leidenschaft deshalb, weil mir sehr, sehr viel an unserer Demokratie, an einem Leben in Freiheit liegt.

Was ist das Besondere an deinem Buch “2033”?
Es spinnt Entwicklungen in unserer Gegenwart weiter, spitzt sie zu und macht dadurch hoffentlich greif- und fühlbar, wie ein Abgleiten unseres Landes in autoritäre Verhältnisse vonstatten gehen könnte.
Womit prokrastinierst du am liebsten?
Mit BlueSky, einem sozialen Netzwerk im Twitter-Stil, zugleich das einzige soziale Netzwerk, in dem ich wirklich aktiv bin.
Welches deiner Bücher sollten wir jetzt sofort aus welchem Grund lesen?
Ganz klar “2033”. Es ist (leider) sehr aktuell, und vielleicht bringt es ein paar Menschen dazu, sich mit dem, was gerade heraufzieht, zu beschäftigen, die sich damit nicht beschäftigen wollen, aber sollten.

Und welches Buch (nicht von dir) sollte jede*r von uns lesen?
Auf die Gefahr hin, abgedroschen zu wirken: Immer wieder “1984” von George Orwell. Einfach weil es heutigen Leser*innen so eindrücklich bewusst macht, dass alles schon mal dagewesen ist – die Lügen, die Manipulation, die Entmenschlichung –, was es entzaubert und uns einen kühlen Kopf bewahren lässt.
Was muss ein perfektes Buch überhaupt bieten?
Für mich: Es muss spannend sein, sonst tue ich mir sehr schwer damit. Es muss etwas Ungewöhnliches haben, ob eine Figur, ein Szenario oder eine Handlung. Und es sollte – sei es auch nur subtil – politisch sein.
Hattest du schon mal eine Schreib- und/oder Leseblockade? Was hat dagegen geholfen?
Nein, Blockade habe ich tatsächlich nie, vielleicht, weil ich auch einfach nicht so viel schreibe wie andere, sondern nur hin und wieder. Aber vielleicht hilft auch gerade das, also nur zu schreiben, wenn man nicht anders kann.
Wie siehst du die Zukunft in 100 Jahren?
Ich bin Optimist und stelle mir Frieden, Wohlstand und einen sauberen Planeten vor, in dem Überfluss herrscht, aber in a good way!
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

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