Barbara Tapasco belegt mit ihrem Roman “Unter den Eiben” aktuell den ersten Platz und war bereits 2022 auch mit “Die letzten Eschen” in unserer Liste zu finden. Das Interview führte Aşkın.

Hallo Barbara, beschreib dich doch bitte als Einstieg in drei Worten.
Naturverbunden, introvertiert, lernfreudig.
Was sind deine aktuellen Projekte und was sind deine größten Leidenschaften?
Meine grösste Leidenschaft sind Geschichten in all ihren Formen. Momentan arbeite ich an einer Cozy-Fantasy Geschichte über eine Spinnerin mit einem magischen Spinnrad, die einen gefährlichen Auftrag annimmt, um eine Waldfee zu retten. Sie kommt jedoch in Bedrängnis als die Dreizehnte Fee den Fluch über „Dornröschen“ ausspricht und alle Spindeln und Spinnräder verbrannt werden. Parallel und passend dazu arbeite ich schon seit drei Jahren am Projekt „Vom Garten in den Kleiderschrank“. Ich säe, ernte und verarbeite Flachs, verspinne die Fasern dann zu Leinenfaden und verwebe diesen zu Stoff. Das Ziel ist es, ein Kleidungsstück daraus zu nähen. Kein magisches wie in der Geschichte der Spinnerin, aber eines das zu hundert Prozent aus der Arbeit meiner eigenen Hände entstanden ist.

Was ist das Besondere an deinem Buch “Unter den Eiben”?
Vielleicht die Protagonistin, in deren Wertvorstellungen Bäume ganz klar über dem Menschen stehen, und die ihre Werte radikal vertritt. Natürlich muss sie sich in der Geschichte dann vertiefter damit auseinandersetzen. Außerdem sind meine beiden Protagonisten sich gegenseitig Antagonisten und daher ist es ein Fantasybuch ganz ohne „Bösewicht“, der besiegt werden muss.
Womit prokrastinierst du am liebsten?
Mit anderen Geschichten lässt es sich am besten prokrastinieren. Bücher, Filme, Serien. Und manchmal auch mit Putzen.
Welches deiner Bücher sollten wir jetzt sofort aus welchem Grund lesen?
Obwohl ich von meinen Büchern „Unter den Eiben“ am meisten liebe, würde ich doch „Die letzten Eschen“ empfehlen. Es bietet einen leichteren Einstieg in die Welt voller Baummagie und danach wirst du (hoffentlich) mit anderen Augen durch den Wald spazieren
Und welches Buch (nicht von dir) sollte jede*r von uns lesen?
„Geflochtenes Süßgras“ von Robin Wall Kimmerer. Die Autorin verflicht Wissenschaft mit indigener Weisheit. Die Lektüre hilft einen, die Welt mit dankbareren Augen zu sehen, von anderen Lebewesen, wie Kröten oder Kürbissen, zu lernen und sie zu respektieren. Das Buch hat mich tief berührt. Wenn alle sich darauf einlassen würden, wäre die Welt eine andere.

Was muss ein perfektes Buch überhaupt bieten?
Das Wichtigste für mich sind Figuren, die ich so gut kennenlerne, dass ich sie liebe. Außerdem sollte die Geschichte zum Nachdenken anregen, große Gefühle auslösen und nachhallen.
Hattest du schon mal eine Schreib- und/oder Leseblockade? Was hat dagegen geholfen?
Eine Leseblockade, so etwas kann ich mir nicht einmal vorstellen. Schreibblockaden sind bei mir mehr Ideenblockaden. Ich gehöre nicht zu den Glücklichen, die mehrere Romanideen auf Lager haben. Ich habe hin und wieder eine, die mir genug gut gefällt. Nach meinem Roman „Die letzten Eschen“ hatte ich so eine Blockade. Ich wollte unbedingt wieder ein Buch schreiben, hatte aber keine packende Idee und wurde immer unzufriedener. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass mich die Welt der letzten Eschen einfach noch nicht loslässt und habe dann „Unter den Eiben“ geschrieben.
Was sollte sich im Literaturbetrieb ändern?
Ich wünsche mir, dass in den Buchhandlungen mehr Fantasybücher und mehr Bücher von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren liegen.
Wie siehst du die Zukunft in 100 Jahren?
Puh, es ist für mich ja schon genug schwierig meine eigenen Wochenenden vorauszusehen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass wir einen guten Umgang mit KI finden werden. Dass wir lernen werden, respektvoller mit unserer Mitwelt umzugehen, da bin ich eher skeptisch.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

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