Das sind die besten phantastischen Romane der letzten 12 Monate. Jeden ersten Freitag im Monat stellen unabhängige Literaturkritiker*innen und Phantast*innen die besten Romane des Genres vor.

Ermittlerin Patricia Colombari untersucht den Tod von Percy Shelley und taucht dazu tief in die Erinnerungen der Autorin Mary Shelley ein, die so einiges verdrängt zu haben scheint. Historische Realität und phantastische Elemente verschmelzen dabei zu einer unheimlichen Reise ins Italien des 19. Jahrhunderts, zu Feierlichkeiten mit Lord Byron, an die Küste von La Spezia und in Tiefen, in denen sich finstere Geheimnisse offenbaren … „Die Geister von La Spezia“ ist ein höchst origineller und leicht morbider Roman, in dem Genregrenzen verschwimmen.
Platzierung im Vormonat (1)

Als Garelun einen alten Drachen besiegt, schwört er den Abenteuern ab und bricht zu seiner letzten Reise auf, während der er seine Schätze holt und herausfinden will, worin seine Zukunft liegt. Dabei geht er Kämpfen geschickt aus dem Weg, wird von Dieben und Magiebegabten verfolgt und trifft auf neue und alte Gefährt*innen, die von ihm lernen wollen und mit ihm gemeinsam alte Wunden überwinden. Cozy Fantasy in einer wunderschönen Fantasywelt, in der es ähnliche Probleme gibt wie in unserer …
Platzierung im Vormonat (-)

Unsichtbare Monster, die die Erinnerung fressen. Wie kämpft man gegen etwas, an das man sich nach dem Kontakt nicht mehr erinnert? Wir begleiten Quinn, die als Leitung der Antimemetik-Abteilung das Unmögliche versucht, um die Menschheit vor diesen Monstern zu retten. Rasant geschrieben, kurzweilig, ein wenig Horror und für Personen mit Vorlieben von untypischen Stories genau das Richtige.
Platzierung im Vormonat (2)

Kann man sich dem Ukraine-Krieg phantastisch nähern? Oleksandr Irwanez versucht es und geht dabei alles andere als subtil vor. Die Hexe Taisia nimmt am Hauptbahnhof in Berlin Geflüchtete aus der Ukraine in Empfang, als sie mitbekommt, dass eine russische Operndiva ein Kind opfern will, damit Russland den Europäer*innen wieder sympathisch wird. Gemeinsam mit allerlei deutschen und slawischen Sagengestalten macht Taisia sich auf, um das zu verhindern. Letztendlich sind es aber Genreklischees und Menstruationsblut, die zum Happy End führen.
CN: Alkoholkonsum (erwähnt), Drogenkonsum (erwähnt), Emeto, Gore, Krieg (erwähnt), Tabakkonsum, Tod von Nebenfiguren
Platzierung im Vormonat (3)

Mit „Tod der Autorin“ erzählt Africanfuturistin und Own-Voice-Autorin Nnedi Okorafor gleich zwei Geschichten. Die der querschnittgelähmten Zelu und ihrer komplizierten nigerianisch-amerikanischen Familie in einem near-future Chicago. Und die von Robotern und KIs in einem posthumanem Nigeria, die überraschend menschlich sind und eine Schwäche für Geschichten haben. Ob Roboter selbst Geschichten schreiben können und wie das alles wirklich zusammenhängt, erfährt man aber erst ganz am Schluss.
CN: Ableismus, Alkoholkonsum, Drogenkonsum, Genozid, Krieg, physische Gewalt, PTBS, Rassismus, Schusswaffen, Schwangerschaft, Sexismus, Tod, Trauer
Platzierung im Vormonat (-)

Elias Tembos Geschichte ist absolut spannend, modern und rasant! Das Thema KI und was sie in Zukunft wohl alles können wird, beschäftigt die Menschen sehr. Die Charaktere bleiben geheimnisvoll, die Plottwists sind atemberaubend und die Lesenden erwarten einige erschütternde Erkenntnisse.
Platzierung im Vormonat (-)

Einer Gruppe Studierender rund um Arthur Oaks fällt ein in Menschenhaut gebundenes Buch in die Hände. In einer betrunkenen Silvesternacht lesen sie die okkulten Inhalte und versuchen zum Spaß einen uralten, mystischen Drachen zu beschwören. Erst Tage später merken sie, dass nichts davon ein Fiebertraum aus Alkohol und Weed war. Mehr kann man eigentlich nicht verraten… Das Buch ist durchweg spannend, wirft viele moralische Fragen auf und am Ende fragt man sich, auf wessen Seite man selber stehen würde.
CN: Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch, Alkoholsucht, Blutige Beschreibung eines Mordes, Misogynie, sexistische Witze, Turbulenzen und drohender Absturz eines Linienflugs.
Platzierung im Vormonat (-)

Vor sieben Jahren traf Prinzessin Elarose der Fluch der Herrin der Rosen und Dornen und sie fiel in einen Zauberschlaf. Ihre beste Freundin Kaelith will sie unbedingt retten. Dafür nimmt sie es sogar mit den 13 Feenköniginnen auf. In seiner neuesten Märchen-Adaption widmet sich Christian Handel in gewohnt unterhaltsamer Manier „Dornröschen“ und „Maleficient“.
CN: Alkohol (erwähnt), Body Horror (Verwandlung), Feuer, Gore, Klaustrophobie, Mobbing, Schlangen, Schwangerschaft und Geburt (erwähnt), unter Wasser sein
Platzierung im Vormonat (4)

Joachim Sohns zweite Mondbogengeschichte ist düster, da allein das Thema der Kindesentführung Unbehagen hervorruft: Kommissar Merleau muss sich während der Ermittlung mit seinen Ängsten und Kriegstraumata auseinandersetzen und pendelt zwischen Euphorie und tiefem Entsetzen. Und befinden wir uns gerade in der Gedankenwelt Merleaus oder passiert das gerade wirklich? Eine unheimlich spannende Lektüre!
Platzierung im Vormonat (9)

Der zweite Teil der Romanreihe ist in vielerlei Hinsicht spannend. Der Protagonist muss nicht nur mit List und Tücke um sein Überleben kämpfen, sondern wird durch seinen Gang durchs Portal mit seinen Ichs in zwei weitere Welten katapultiert. In drei Welten muss er sich auf verschiedene Weise durchschlagen und sehr unterschiedliche Herausforderungen meistern … Leseempfehlung.
Platzierung im Vormonat (6, 04/26)

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